Arbeiten in kontaminierten Bereichen

 

 

 

 

 

Competenza GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Koordination

nach Baustellenverordnung (SiGeKo)

 

 

 

Hintergrund

 

Seit 1998 sind Bauherren (mit)verpflichtet, sich um den Gesundheitsschutz der auf der Baustelle tätigen Personen zu kümmern. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, benötigen viele Bauherren Unterstützung durch einen Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Koordinator (SiGeKo).

 

Der Bauherr überträgt dem SiGeKo die Aufgaben nach § 3 Abs. 2 und 3 für die Planungs- und Ausführungsphase des Bauvorhabens. Die Aufgaben des SiGeKo können z. B. von Architekten, Ingenieuren und Staatl. gepr. Technikern übernommen werden, welche über die Qualifikationen nach Ziffern 4 und 5 der RAB 30 (Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen) verfügen.

 

Die wichtigste Pflicht des Bauherrn nach Baustellenverordnung ist jedoch die Einwirkung auf die Umsetzung der „Allgemeinen Grundsätze des Arbeitsschutzes“ nach § 4 Arbeitsschutzgesetz. Hat der Bauherr einen SiGe-Koordinator für seine Baumaßnahme bestellt, so ist die Umsetzung des § 4 Arbeitsschutzgesetz die Grundlage der Beratungstätigkeit des Koordinators. Grundsätzlich hat der SiGeKo nach BaustellV kein Weisungsrecht den Baufirmen gegenüber, eine Sonderrolle nimmt „Gefahr im Verzug“ ein.

 

Die Leistungen Anforderungen/Ausbildung des SiGeKo sind in der Regel zum Arbeitsschutz auf Baustellen (RAB) Nr. 30 beschrieben. Die RAB geben den Stand der Technik bezüglich Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen wieder. Sie werden vom Ausschuss für Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen (ASGB) aufgestellt und von ihm der Entwicklung angepasst.

Innerhalb der Baustellenverordnung (BaustellV) ist festgehalten, dass Baustellen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (auch: SiGe-Plan) besitzen müssen.

 

Dieser Plan beinhaltet individuelle Richtlinien und Hinweise, die im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes dafür sorgen, dass Sicherheit und Gesundheit der beschäftigten Bauarbeiter nicht gefährdet wird. Erstellt wird dieser Plan in der Regel vom sogenannten Sicherheitskoordinator.

 

Wann werden Vorankündigung, SiGe-Koordinator, SiGe-Plan etc benötigt. Die Baustellenverordnung und die RAB 31 (SiGe-Plan) geben folgendes vor:

 

Baustellenverordnung

 

Als gefährliche Arbeiten werden im Anhang II der Baustellenverordnung folgende Arbeiten genannt:

 

Anhang II der Baustellenverordnung

 

 

Der SiGe-Plan muss bei der Planung der Ausführung des Bauvorhabens erstellt werden um zu gewährleisten, dass bereits bei Angebotsbearbeitung Selbstständige und Arbeitgeber auf der zukünftigen Baustelle die relevanten Inhalte des SiGe-Plans zur Verfügung stehen.

 

SiGe-Plan, inhaltliche Mindestanforderungen:

  • Arbeitsabläufe
  • Gefährdungen (gewerkebezogene und gewerkeübergreifende)
  • Räumliche und zeitliche Zuordnung der Arbeitsabläufe
  • Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Minimierung der Gefährdungen
  • Arbeitsschutzbestimmungen

Darüber hinaus wird empfohlen, folgende zusätzliche Elemente in den SiGe-Plan aufzunehmen:

  • Vorgesehene bzw. beauftragte Unternehmer
  • Gefährdungen Dritter
  • Termine
  • Informations- und Arbeitsmaterialien zum Arbeits- u. Gesundheitsschutz
  • Mitgeltende Unterlagen
  • Ausschreibungstexte

Die wesentlichen Aufgaben des SiGeKo während der Bauphase sind in der RAB 30 geregelt und beinhalten neben regelmäßigen Baustellenbegehungen u.a.:

  • Unterweisung der der Führungskräfte der ausführenden Unternehmen
  • Führen der Kontaktliste der ausführenden Unternehmen
  • Baustellenordnung, Baustellen-Organigramm
  • die Vermeidung von Schnittstellen-Gefährdungen bzw. für Schutzmaßnahmen zu sorgen
  • darauf hinwirken, dass SiGe-Plan umgesetzt wird
  • Zusammenarbeit der Arbeitgeber organisieren
  • SiGe-Plan anpassen bzw. fortschreiben
  • Unterlage für spätere Arbeiten anpassen bzw. fortschreiben
  • Begehungen und Besprechungen durchführen
  • Gefährdungen ansprechen, Schutzmaßnahmen empfehlen, Protokoll führen
  • Information der Akteure und des Bauherrn über Begehungs-/Besprechungsergebnisse
  • Einholen relevanter Informationen zu Änderungen im Bauablauf
  • Mediation, Probleme erläutern und Lösungen vorschlagen