Arbeiten in kontaminierten Bereichen

 

 

 

 

Competenza GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arbeiten in kontaminierten Bereichen DGUV Regel 101-004 (BGR128)

 

 

 

Hintergrund

 

Unter Arbeiten in kontaminierten Bereichen nach DGUV Regel 101-004 „Kontaminierte Bereiche“ (bisher BGR 128) bzw. TRGS 524 fallen alle Bau- bzw. Sanierungsarbeiten, die mit Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen verunreinigt sind.

 

Hierzu gehören u.a.:

– Bauarbeiten auf Altlasten, Deponien oder entsprechend belasteten Industrie- oder Gewerbeflächen,

– Rückbau von Industrieanlagen und entsprechend belasteter Gebäude,

– Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen bei Arbeiten auf Deponien und bei der mikrobiologischen Bodensanierung,

– vorausgehende Arbeiten zur Erkundung von Gefahrstoffen,

– Arbeiten zur Brandschadensanierung,

– Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, die aus Kampfmitteln stammen,

– Tätigkeiten mit Gebäudeschadstoffen im Sinne der TRGS

 

Bauherrnpflichten

 

Erarbeiten eines Arbeits- und Sicherheitsplans (A+S-Plan) durch Sachkundigen nach DGUV Regel 101-004 (BGR 128) mit folgenden Inhalten:

 

Allgemeine Daten

Name des kontaminierten Bereiches/der Altlast, des Auftraggebers, beteiligte Behörden, der Dienststellen des Arbeitsschutzes, der Gutachter, Name des Koordinators und seiner Stellvertreter, Festlegung deren Weisungsbefugnisse, Anlass der Arbeiten, Bezeichnung des vom Arbeits- und Sicherheitsplanes betroffenen Personenkreises, Gültigkeitsdauer (zeit- oder gewerkbezogen)

 

Standortbeschreibung

Nutzungsgeschichte des Standorts, Lagepläne mit kontaminierten Bereichen, Darstellung der Erkundungs- und Sanierungsuntersuchungen etc.

 

Stoffliche Ermittlung und Gefahrenanalyse

Ergebnisse Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen, Zusammenstellung hinsichtlich des Gesundheitsschutzes zu berücksichtigenden Gefahrstoffe gemäß Bewertungsparametern nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 524, Zusammenstellung gefährdungsrelevanter Wirkungen und Symptome der Gefahrstoffaufnahme, z.B. Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Schleimhautreizungen, Zusammenstellung relevanter biologischen Arbeitsstoffe mit Angaben zu Übertragungsweg und Wirkung (infektiös, sensibilisierend, toxisch)

 

Arbeitsbereichsanalyse

Einteilung der Baustelle in verschiedene Arbeitsbereiche mit potenzieller Exposition, Beschreibung der Verfahrensschritte und Arbeitsweisen pro Arbeitsbereich bzw. Einzelgewerk einschließlich zeitlicher Ablauf der Bearbeitung, Ermittlung der einzelnen Tätigkeiten, bei denen mit einer Gefährdung durch Gefahrstoffe bzw. biologische Arbeitsstoffe zu rechnen ist Ermittlung der verfahrens- und umgebungsbezogenen Kriterien der Emission/Exposition

 

Gefährdungsbeurteilung

Tätigkeitsbezogene Zusammenführung der Ergebnisse der Gefahren und Arbeitsbereichsanalyse zur einer halbquantitativen Expositionsabschätzung

 

Festlegung von Schutzmaßnahmen (organisatorisch, technisch, persönliche Schutzausrüstung)

Maßnahmen entsprechend den jeweiligen Schutzstufenkonzepten nach der Gefahrstoffverordnung bzw. der Biostoffverordnung und Festlegung/Beschreibung der speziellen Baustelleneinrichtung für Arbeiten in kontaminierten Bereichen incl. Lageplan, Einteilung der Baustelle in Schutzzonen, z.B. Schwarz/Weiß-Bereiche, Lageplan entsprechend der verschiedenen Arbeitsbereiche nach Arbeitsbereichsanalyse, Allgemeine Verhaltensregeln einschließlich Vorgaben zur Benutzung der Dekontaminationseinrichtungen und -anlagen, Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung

 

Anforderungen an: die Arbeitsverfahren, z.B. „emissionsarm“, an Maßnahmen zur Gefahrstofferfassung („Absaugung“), an Maßnahmen zur blasenden Bewetterung, an Maschinen, Fahrzeuge und Geräte, an evtl. erforderliche Abschottungsmaßnahmen (Folientüren, Unterdruckhaltung), besondere Verhaltensregeln für den Gefahrenfall, ggf. Beschreibung möglicher Gefahrfälle, an Brand- und Explosionsschutz.

 

Ermittlung: von Leitparametern zur messtechnischen Überwachung, der stoffbezogenen Schwellenwerte für den Einsatz zusätzlicher Schutzmaßnahmen beim Auftreten von Gefahrstoffen in der Atemluft in Staub-, Nebel-, Dampf- oder Gasform.

 

Festlegung: der Intervalle zur Unterweisung, ggf. Übungen, persönlichen Schutzausrüstungen, Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung von persönlichen

Schutzausrüstungen, insbesondere Atemschutzgeräten (Wartung und Pflege)

 

Überwachung der Arbeitsplatzbedingungen (Messkonzept)

Festlegung des Messziels am Ort der Tätigkeit

Überwachung von Akutgefahren, Auslösung von Schutzmaßnahmen bei Überschreitung von Schwellenwerten, Kontrolle der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen

Dokumentation der Einhaltung bzw. Unterschreitung von Grenzwerten, Festlegung: der Messgeräte und -verfahren, der mittels direktanzeigenden Messgeräten mit Alarmfunktion kontinuierlich durchzuführenden Überwachungsmessungen, Auslösung von Maßnahmen bei Überschreitung von Schwellenwerten) Festlegung der Intervalle routinemäßig durchzuführender Kontrollmessungen

 

Entsorgung

Aufstellen von Verhaltensregeln zur Entsorgung von z.B. Schutzausrüstungen, kontaminierter Gegenstände, sonstiger Abfälle etc.

 

Dokumentation, Nachweise

Festlegung der von den Beteiligten (Bauleiter des Bauherrn, Koordinator bzw. ausführenden Unternehmen) vorzunehmenden Dokumentationen, Festlegung der vom einzelnen Auftragnehmer vorzulegenden Nachweise, z.B. Arbeitsmedizinische Vorsorge, Filterbuch.

 

Zusätzlich:

Bei hoher Gefährdung den A+S-Plan ggf. mit Fach- und Aufsichtsbehörden abstimmen, Ausschreibung lt. A+S-Plan (Anlage zur Ausschreibung)

 

Sind Beschäftigte mehrerer Unternehmen im kontaminierten Bereich tätig: nach DGUV Regel 101-004 (BGR 128) sachkundigen Koordinator bestellen und Koordinator mit Weisungsbefugnis gegenüber allen Unternehmern und deren Beschäftigten ausstatten.