Gebäudeschadstoffe

 

Competenza GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GEBÄUDESCHADSTOFFE

 

 

Hintergrund

 

Beim Umgang mit Gefahrstoffen auf Baustellen greifen verschiedene Gesetze ineinander, die dem Bauherrn und dem Bauleiter eine Reihe an wesentlichen Pflichten auferlegen. Der Gesetzgeber gibt sowohl im Rahmen der Arbeitsschutz- und Chemikaliengesetze als auch über das Sozialgesetzbuch (SGB) VII und daraus folgender Unfallverhütungsvorschriften (UVV) klare Regelungen vor. Insbesondere zu Gebäudeschadstoffen wird in der Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen (Baustellenverordnung - BaustellV) im Anhang II hingewiesen:

 

„Besonders gefährliche Arbeiten sind Arbeiten bei denen die Beschäftigten …. Krebserzeugenden, erbgutverändernden, fortpflanzungsgefährdenden oder sehr giftigen Stoffen und Zubereitungen ausgesetzt sind.“

 

Für diesen Fall sind gemäß §2 „Planung und Ausführung des Bauvorhabens“ vor Einrichtung der Baustelle anzuwendende Arbeitsschutzbestimmungen und besondere Maßnahmen für den Umgang mit Gefahrstoffen zu erarbeiten. Gemäß DGUV Regel 101-004, § 8 „Erkundung, Ermittlung und Dokumentation von Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen“ hat der Bauherr in Bereichen, in denen eine Kontaminierung nicht ausgeschlossen werden kann, eine Erkundung durchführen zu lassen. Sind die nötigen Fachkenntnisse nicht vorhanden hat sich der Bauherr fachkundig beraten zu lassen.

 

 

Gefährdungsbeurteilung

 

Gemäß Gefahrstoffverordnung § 7, 10, 11 und 17 wird im Umgang mit gefährlichen Stoffen eine Gefährdungsbeurteilung erstellt. Die Gefährdungsbeurteilung ist Planungsgrundlage für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb und ein wichtiges Führungsinstrument, um den verantwortlichen Umgang mit dem Thema Arbeitsschutz verlässlich zu gestalten und zu dokumentieren.

 

In einem ersten Schritt werden hier die Arbeitsbereiche und die damit verbundenen Tätigkeiten ermittelt. Daraus werden sämtliche in diesem Arbeitsbereich vorhandenen Gefährdungen ermittelt und beurteilt. Aus der Beurteilung ergeben sich Maßnahmen die auf der Baustelle umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang wird die Wirksamkeit auf der Baustelle von unseren sachkundigen Planern und Sachverständigen überprüft.

Wenn neue Gefährdungen entstehen ist die Gefährdungsbeurteilung fortzuschreiben um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz auf der Baustelle aufrecht zu erhalten.

 

 

Arbeits- und Sicherheitsplan

 

Vor einer fachgerechten Abwicklung einer Sanierungsmaßnahme steht immer die Planung der Sanierung durch einen sachkundigen Planer. Dieser erstellt ein Arbeits- und Sicherheitsplan (A+S – Plan) nach DGUV Regel 101-004. Der A+S – Plan ist immer dann zu erstellen, wenn Arbeiten in kontaminierten Bereichen durchgeführt werden, unabhängig von der Größe der Baumaßnahme, der Anzahl der tätigen Unternehmen und Arbeitnehmer und ebenso unabhängig von der Einstufung der vorhandenen Gefahrstoffe nach der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Der Arbeits- und Sicherheitsplan behandelt in der Hauptsache den Umgang mit und die Gefährdungen durch die vorhandenen oder zu vermutenden Gefahrstoffe und legt konkret den zutreffenden Umfang der Schutzmaßnahmen fest, wie die Beschäftigten zu schützen sind.

 

Der Arbeits- und Sicherheitsplan gilt für alle Personen, die Tätigkeiten im Gefahrenbereich ausführen oder sich in diesem aufhalten. Hierzu gehören sämtliche Mitarbeiter der Auftragnehmer und deren Nachunternehmer (z.B. Aufsichtsführende, Geräteführer, Helfer, Probenehmer, Sachverständige/Gutachter), Vertreter des Auftraggebers, Überwachungsbehörden und Besucher

 

Ist auf einer Baustelle in kontaminierten Bereichen ein SiGe-Plan zu erstellen, sind sämtliche Gefährdungen, die mit der Durchführung der Baumaßnahme zusammenhängen, zu erfassen, d. h. auch die Gefährdung bei der Durchführung von „besonders gefährlichen Arbeiten“. Da sich der A+S-Plan speziell mit Gefährdungen, die sich aus der Kontamination durch Gefahrstoffe ergeben, befasst, erfüllt er für diesen Teilbereich des SiGe-Plans auch die Anforderungen der BaustellV. Somit stellt bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen der A+S-Plan nach DGUV Regel 101-004 einen Bestandteil des allumfassenden SiGe-Plans dar.

 

Unsere Mitarbeiter erarbeiten zu jedem Schadstoff die richtigen und wirtschaftlich sinnvollsten Lösungen für den Umgang mit diesen, im Zusammenhang mit den derzeit geltenden technischen Regeln und Rechtsgrundlagen aus dem Arbeitsschutz und Gefahrstoffrecht. In speziellen Lösungen arbeiten wir eng mit den zuständigen Behörden u.a. dem staatl. Amt für Arbeitssicherheit oder der Bezirksregierung zusammen um eine optimale Sanierungslösung zu ermöglichen.

 

Da bei der Sanierung von Schadstoffen eine Gefahr für Mensch und / oder Umwelt erzeugt wird, sind Schutzmaßnahmen zur Gefahrenabwehr erforderlich. Zu unterscheiden sind hierbei Schutzmaßnahmen zum Schutz Dritter und Schutzmaßnahmen zum Schutz der Beschäftigten ausführender Firmen im Rahmen

  • Technischer Schutzmaßnahmen
  • Organisatorischer Schutzmaßnahmen
  • Persönlicher Schutzmaßnahmen

 

Technische Schutzmaßnahmen

 

Durch technische Schutzmaßnahmen werden bestehende Gefährdungen durch technische Vorrichtungen oder bauliche Maßnahmen entschärft:

  • Sicherheitszugänge (Schleusen) einsetzen
  • Unterdruckhaltung und Zuluftgeräte installieren
  • staubarme Arbeitsverfahren mit Arbeitsgeräten und Maschinen mit Direktabsaugung
  • Räume mit leicht zu reinigenden Fußböden, Arbeits- und Oberflächen ausstatten oder schützen
  • Arbeitsbereiche zu nicht kontaminierten Bereiche abschotten

 

Organisatorische Schutzmaßnahmen

 

Arbeitsorganisation und Abläufe so gestalten, dass Gefährdungen vermieden werden:

  • arbeitsmedizinische Vorsorge durchführen
  • Arbeitsplan erstellen und bekannt machen
  • fachlich geeigneter Vorgesetzter benennen
  • Unterweisung Beschäftigter durchführen
  • geeignete Hände- und Flächendesinfektionsmittel zur Verfügung stellen

 

Persönliche Schutzmaßnahmen (PSA)

 

Eine persönliche Schutzausrüstung soll den Schutz vor unterschiedlichen Gefährdungen im unmittelbaren Kontakt zur Person sicherstellen. Hierzu gehören z.B. Schutzhelme, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Atemschutzgeräte und Schutzkleidungen.

Die Auswahl der Schutzausrüstung ist in Abhängigkeit von Gefahrstoff, und Gefährdung zu wählen.

 

 

Überwachung der Sanierungsleistungen

 

Durch unsere sachkundigen Planer und Sachverständigen überwachen wir für den Bauherrn die Durchführung von Sanierungsmaßnahmen in allen dafür notwendigen Punkten:

  • Einhaltung festgelegter Schutzmaßnahmen
  • Fachgerechte Durchführung der Sanierungsleistungen
  • Probenentnahme bei neuen Fundstellen
  • Änderung der Vorgaben, wenn die Sanierung angepasst werden muss
  • Fortschreibung des A+S – Plan zur Dokumentation der Sanierungsmaßnahme
  • Raumluftmessungen zur Erfolgskontrolle von Sanierungen
  • Aufmaß- und Rechnungsprüfungen

 

Schadstoffspezifisches Abfall- und Entsorgungsmanagement

 

Unsere sachkundigen Mitarbeiter unterstützen den Bauherrn bei der Entsorgung von Gefahrstoffen bzw. gefährlichen Abfällen im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, mit dem Ziel der Einhaltung der abfallrechtlichen Anforderungen bei der Entsorgung von gefährlichen Abfällen. Dabei werden bereits im Rahmen der Planung die Entsorgungsrelevanten Abfallzuordnungen entsprechend der Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung - AVV) festgelegt.

Während der Sanierungsmaßnahme werden die Befüllungen und Wiegescheine kontrolliert.

 

 

Mitwirken bei der Ausschreibung und bei der Vergabe von Sanierungsleistungen

 

Die Beseitigung von Schadstoffen ist eine Bauarbeit mit besonderen Anforderungen. Deshalb ist eine eigene Ausschreibung erforderlich, die den Besonderheiten Rechnung trägt und die Leistungen nach Art und Umfang eindeutig und erschöpfend erfasst. Unsere sachverständigen Planer sorgen dafür ein, im Wettbewerb kostensparendes, organisatorisch und technisch ausgereiftes Angebot zu erhalten und sich spätere Nachträge zu ersparen.